Quest Update

Christian Huberts

"All work and no pay makes Chris a dull boy."

Darum sucht er jederzeit nach spannenden Aufträgen als Freiberufler und/oder einer Festanstellung in den Bereichen Gaming, Kulturvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit, Kuration, Beratung, Lehre, Forschung, Recherche, Kulturjournalismus, Redaktion oder Lektorat. Mehr zu seinem Profil gibt es hier im Blog, auf der offiziellen Homepage sowie bei Xing und torial.

Christian freut sich über konkrete Hinweise und faire Angebote!


Montag, 19. Dezember 2011

Tipp. Oder Stirb.

Der vorerst letzte Artikel aus der Gruft, versprochen! Ursprünglich erschienen in »lit.lifestyle. 99 Produkte für ein lesenswertes Leben.« – herausgegeben von Stephan Porombka et al. Kaufen, sofern es überhaupt noch da ist!


Sega, The Typing of the Dead, 2000
Zehn-Finger-Schreib-Lernprogramme sind langweilig und öde? Falsch. Der Videospielhersteller Sega beweist, dass es so spannend wie ein Splatter-Film sein kann, wenn man mit zehn Fingern schreiben lernt. In The Typing of the Dead wanken hungrige Zombies auf den Spieler zu und warten nur darauf, ein Stückchen von ihm abzubekommen. Rettung verspricht einzig das fehlerfreie und schnelle Nachtippen von meist englischen Worten, die über den Köpfen der Wiedergänger schweben. Schnell ein P getippt, und der Untote gerät ins Wanken. Ein e nachgelegt, und schon reißt sein Arm ab. Jetzt noch das rettende t, und der Kopf der armen Kreatur zerplatzt. „Sticks and stones may break your bones, but words may never hurt you“ Nicht so bei The Typing of the Dead. Der Macht der Sprache wird hier ein eindrucksvolles Denkmal gesetzt. Ausgewertet wird das literale Schlachtfest in ausführlichen Statistiken, die über Trefferquote und Body-Count Auskunft geben und die einmal mehr beweisen, dass das Schreiben ein ewiger Kampf ist. Und zwar ein ziemlich schmutziger.

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Character Info

Christian Huberts

Christian Huberts, Diplom-Kulturwissenschaftler, Jahrgang 1982, studierte »Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis« an der Universität Hildesheim.

Zur Zeit ist er freiberuflicher Redakteur für das Games-Bookazine WASD, kuratiert Texte auf piqd sowie tritt regelmäßig als Experte für digitale Spiele auf Kulturveranstaltungen auf. Er hat zuletzt an der University of Applied Sciences Europe in Berlin doziert und den Game Studies-Sammelband »Zwischen|Welten: Atmosphären im Computerspiel« im vwh-Verlag herausgegeben. Daneben schreibt er für wissenschaftliche Publikationen, Kulturmagazine sowie Online-Zeitungen diverse Artikel über die Partizipation an virtuellen Welten und die Kultur von Computerspielen.

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