Quest Update

Christian Huberts

"All work and no pay makes Chris a dull boy."

Darum sucht er jederzeit nach spannenden Aufträgen als Freiberufler und/oder einer Festanstellung in den Bereichen Gaming, Kulturvermittlung, Öffentlichkeitsarbeit, Kuration, Beratung, Lehre, Forschung, Recherche, Kulturjournalismus, Redaktion oder Lektorat. Mehr zu seinem Profil gibt es hier im Blog, auf der offiziellen Homepage sowie bei Xing und torial.

Christian freut sich über konkrete Hinweise und faire Angebote!


Mittwoch, 27. Februar 2013

Best of Games (& -stuff)

Ja, ich merk's schon, Ihr mögt Listen, alles Andere ist tl;dr. Da selbst das Museum of Modern Art in New York mittlerweile einen – leider unangenehm Design-zentrischen – Computerspiel-Kanon besitzt, möchte ich ebenfalls meine All-Time-Favoriten vorschlagen. Subjektiv, ohne besondere Reihenfolge und mit ein paar Exkursen:


Meine 50 liebsten/besten/wichtigsten Computerspiele:


Weisheit für's Leben: »Zahle nie mehr als 50 Mark für ein Computerspiel.«

Geburtsstunde des Cinematic Platformers und Éric Chahis Meisterwerk. Nach knapp 20 Jahren Trial&Error dann auch mal selbst durchgespielt.

Auslöser einer »Lemmings«-Animations-Schaffensperiode in Deluxe Paint auf dem Amiga 500/1200.

War das ein Geier? Mist: Gesunde isolieren, Wälle auftürmen, Rest der Welt unter Sturmfluten begraben… it's hard to be a God!

Random-Fact: Mein lieber Bruder hat Julian Eggebrechts Autogramm auf der Packung von »Tony & Friends in Kellogg's Land«.

Hadouken! Shoryuken!

Getrolle im 2-Spieler-Modus: Die Grenze zum Gegner mit weißbärtigen Geologen vollspammen.

Tim Currys akzentschwere Stimme intoniert: »Drei Drachen kriechen in meinen Schlaf, die Seele woll’n sie lebendig zum Fraß. Feurigen Atems, gespaltener Zunge genießen sie jedes Mahl.«

Lösung der Energiekrise: Künstliche Berge aufschütten, darauf künstliche Seen anlegen und damit unendliche Wasserfälle erzeugen + Wasserkraftwerke = Epic Win!

»The Last Metroid is in captivity. The Galaxy is at peace« …NOT!

Eine große Anekdoten-Maschine, z.B.: Mal diese neue Alienwaffe an dem Sektoiden in der Scheune dort testen… WTF?! Wo kommt der viele Rauch her? Und wo ist die Scheune geblieben?

Vergessener Klassiker (I): Kafkas »Die Verwandlung« trifft auf Kakerlaken-Simulation, Spatial Storytelling und fürchterliches Laienschauspiel.

Fünf Minuten Ruhm im Englischunterricht (I): Korrekte etymologische Herleitung des Wortes »assassin« aus dem mutmaßlichen Drogenkosum ismailitischer Meuchelmörder.

Ich (ca. 12 Jahre) und eine Kettensäge (bzw. Rohrbomben am Hinterausgang des Pornokinos) im Computerraum des Hauses der Jugend Hildesheim. Hat mir nicht geschadet.

Ich habe mir die Ruinen und Tempel ja von Anfang viel lieber angeschaut als die "Architektur" von Lara Croft.

Ich habe Dinge getan… schlimme Dinge! (Bonustext)

Meine Einstiegsdroge in die Welt der JRPGs. Und irgendwann rette ich SIE doch!

Tolles Game-Design trifft tolle Art-Direction trifft tolle Geschichte. Und Fürze!

Fünf Minuten Ruhm im Englischunterricht (II): Spontanes Referat zur »Nuclear Deterrence Theory«.

Vergessener Klassiker (II): Surrealer Adventure-Psychotrip mit eher enttäuschender Auflösung.

Postmoderner JRPG-Epos irgendwo zwischen Nietzsche, Tora und »Neon Genesis Evangelion«. Der Wille zum Größenwahn.

Der freudige Lachkrampf, nachdem der erste Motion-Capture-animierte Nazi ungekannt realitätsnah zu Boden fiel. »Amerikaner!«

(Damals) revolutionäre Technik und (bis heute) überraschend gutes Gameplay.

In einer abgefahrenen Spielwelt lesen wie in einem Buch. Und sterben. Und sterben. Und sterben…

Das schlechte Gewissen, im Spind des just aufgeschlitzten Templers, einen besorgten Brief seiner Eltern zu finden.

DIY Bonusmission: Mit Cheats alle Zivilisten aggressiv machen und ihnen Waffen in die Hand geben. Im Anschluss versuchen in Liberty City möglichst lange zu überleben.

  • REZ (Sega 2001)
Synästhesie für Dummies.

Statt billiger Jumpscares ein wirklicher Horrortrip in die tiefe, archetypische Dunkelheit der Seele von James Sunderland.

Oldschool at its best! Ein unendlich charmantes Roadmovie-RPG mit toller Optik und grandiosem Soundtrack.

  • killer7 (Grasshopper Manufacture 2005)
»All you need is blood!« Mein Computerspiel-»Citizen Kane«! (Bonustext & Raumtemperatur)

Level-Design als Psychologie. (Bonustext)

… … … … … … … … … … … (Bonustext & Raumtemperatur)

  • DEFCON (Introversion Software 2006)
»The World's first Genocide 'em up: It's Global Thermonuclear War, and nobody wins. But maybe – just maybe – you can lose the least.« (Bonustext)

Der schönste Zelda-Clone, den es gibt, Ukiyo-e-Style.

»The arcana is the means by which all is revealed!« (Bonustext)

»Cake, and grief counseling, will be available at the conclusion of the test.«

  • Braid (Number None 2008)
Story und Puzzle-Mechanik gehen Hand in Hand, um eine prozedurale Geschichte über Fehler, wissenschaftliche Besessenheit und invertierte Zeitperspektiven zu erzählen. (Bonustext)

Benutze Zickzackschere mit X. Kein Kinderspiel!

Russisch-surrealistische Garten-Simulation mit nackten Frauen, ihren großen Brüdern, Killerinsekten und poetischem Blablub. (Bonustext)

Spam will save the World (of Goo)!

Holzhütte. Check. Berghöhle. Check. Burg. Check. Pyramide. Check. Unterwasserhaus. Check. Baumhaus. Check. What next?

  • Limbo (Playdead Studios 2010)
Nicht für Arachnophobiker geeignet.

Monomythos auf Drogen.

Reines Storytelling mit dem »RPG Maker« ohne spielerische Herausforderung. Schön (kitschig)!

Die Tschechen wissen einfach wie man charmant-kauzige Puzzle-Adventures macht.

Spazierengehen: The Game. Ein wunderschönes Experiment, das sich auf das Evozieren einer intensiven Atmosphäre konzentriert und verträumt von einer Hebrideninsel, einem Autounfall, einem Schafhirten, einem Kartographen und einem Damaskuserlebnis erzählt.

Das Text-Adventure ist tot, es lebe das Text-Adventure – oder exakter: die Visual Novel! (Bonustext)

Ein blutiger Tanz mit Brechstange, Baseballschläger, Katana, Bohrmaschine und Schrotflinte zu schwitziger 70er-Elektromucke. Dann Stille.

Im Grunde genommen ein billiger QTE-Taschenspielertrick, aber ich lasse mir die Illusion nicht nehmen. #forclementine

  • Proteus (Ed Key/David Kanaga 2013)
Immer nur ballern // Schnarchen schallt in den Dungeons // Proteus ist anders! (Bonustext)


Exkurs I – Meine 5 liebsten/besten/wichtigsten Computerspiel-Soundtracks:











Exkurs II – Meine 5 liebsten/besten/wichtigsten Bücher mit Computerspiel-Thematik:


Realitätsübergreifende babylonische Zauberformeln bedrohen sowohl das Metaversum als auch das Franchise-dominierte RL.

Unterschicht-Mädchen steigt dank prozeduraler Edugame-Fibel steil in die Aristrokratie der Nanotech-Monopolisten-Elite ein.

Mehr oder weniger »Der Herr der Ringe« meets »Odyssee« in einem detailliert beschriebenen Quasi-»Second Life«.

Drei Kurzgeschichten-Teaser für Romane, die man gerne mal über Computerspiele lesen würde.

Nerds lösen Nerdrätsel und referieren dabei ausufernd Computer- und Computerspiel-Technikgeschichte.


Exkurs III – Meine 5 liebsten/besten/wichtigsten Filme mit Computerspiel-Thematik:






  • Ben X (Nic Balthazar 2007)







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Character Info

Christian Huberts

Christian Huberts, Diplom-Kulturwissenschaftler, Jahrgang 1982, studierte »Kulturwissenschaften und ästhetische Praxis« an der Universität Hildesheim.

Zur Zeit ist er freiberuflicher Redakteur für das Games-Bookazine WASD, kuratiert Texte auf piqd sowie tritt regelmäßig als Experte für digitale Spiele auf Kulturveranstaltungen auf. Er hat zuletzt an der GA Hochschule in Berlin doziert und den Game Studies-Sammelband »Zwischen|Welten: Atmosphären im Computerspiel« im vwh-Verlag herausgegeben. Daneben schreibt er für wissenschaftliche Publikationen, Kulturmagazine sowie Online-Zeitungen diverse Artikel über die Partizipation an virtuellen Welten und die Kultur von Computerspielen.

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